Aktenkundige Trotzreaktion

Die Steuerfahnderin war angefressen. Warum haut ihr der Vorgesetzte schon wieder eine fette Akte auf den Tisch?

Sie sucht das Gespräch mit dem Leiter, diskutiert mit ihm über ihre Zuständigkeit … am Ende ohne Erfolg.

Bevor die Beamtin die Akte in eine dunkle Ecke pfeffert, schreibt sie noch eine Aktennotiz

(Wem soll er den Fall sonst geben?
-> Fazit: Fall bleibt bei mir!
Hiermit wird vermerkt, dass in den nächsten 6
Monaten mit keiner Bearbeitung zu rechnen ist.

Knapp 12 Monate später habe ich die Akte auf meinem Tisch. Zwischen diesem Vermerk und der Kopie des Schreibens, mit dem mir die Akte übersandt wurde, gibt es noch ungefähr 10 Blatt belanglose Dokumentationen in Form von Datenbankausdrucken. Sonst nichts.

Meinem Mandanten kann diese Trotzreaktion nur Recht sein. Wenn sich der Vorwurf der Lohnsteuerhinterziehung in 22 Fällen bestätigen sollte (wovon ich erst einmal nicht ausgehe), sind bereits jetzt schon 14 verjährt.

Wir haben alle Zeit der Welt und jedes Verständnis für trotzige Steuerfahnderinnen.

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